Im Wolfsland von Uta Reichardt

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Buch: Im Wolfsland
Autorin: Uta Reichardt
Seitenzahl: 208
Verlag: Fabulus Verlag
Erschienen: 3. Februar 2017

Inhalt:

Die 14jährige Lou soll mit ihrer Klasse ins Schullandheim fahren. Da sie jedoch eine Außenseiterin ist und noch dazu ihre einzige Freundin im Krankenhaus liegt, hat sie da gar keine Lust drauf. Doch ihr Aufenthalt dort wird ebenso abenteuerlich, wie die Broschüre es versprochen hat: “Wolfsland- Erlebe das Abenteuer deines Lebens.” Bereits am ersten Abend gerät Lou in etwas hinein, das sie sich nie zu träumen gewagt hätte.

Meinung:

Eine Begeisterung für Wölfe hege ich schon sehr lange, deshalb war ich begeistert von Im Wolfsland zu erfahren. Das Buch beginnt mir der Fahrt zum Schullandheim, welches sich nah an der polnischen Grenze irgendwo im Nirgendwo befindet. Schon gleich zu Beginn sieht Lou etwas Komisches in den Büschen. Die Jugendlichen werden schließlich in ihre Zimmer eingeteilt und als plötzlich Lous Ratte, die sie mitgeschmuggelt hat, verschwindet bricht Chaos aus. Nicht nur im Schullandheim, beziehungsweiße Lous Zimmer, sondern auch in der Handlung. Auch wenn sich die Boshaftigkeit des Herbergsleiters Kosvic wie ein roter Faden durch das Buch zieht, wird die Handlung an sich doch etwas wirr und unrealistisch. Lou ist nämlich ein Störenfried und wird nach nur einem Tag dem Schullandheim verwiesen. Als sie dann nachts unterwegs ist, findet sie einen toten Wolf in Kosvic’s Auto und damit der sie nicht entdeckt, flüchtet sie in den Wald, wo sie Wölfen und einem Wolfs-Jungen begegnet. Für meinen Geschmack ging hier alles etwas schnell, denn das Buch an sich behandelt ja auch nur eine Spanne von wenigen Tagen.
Aber obwohl es nur 208 Seiten hat, behandelt das Buch wichtige Themen, die ich auf jeden Fall erwähnenswert finde: Verlust, Mobbing und Wilderei.
Mit allen drei macht die Protagonistin nämlich Erfahrungen. Seit ihr Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind, lebt sie im Heim und kam erst wenige Monate vor der Handlung des Buches zu Pflegeeltern. Für sie ist es schwer, mit dem Verlust ihrer Eltern klarzukommen und gleichzeitig ihren Pflegeeltern nahezukommen und ihnen vollkommen zu vertrauen. Lous Gefühle sind sehr realistisch beschrieben. Und sie nur als Außenseiterin zu bezeichnen, finde ich, ist untertrieben. Denn das, was manche in ihrer Klasse sagen und tun ist in meinen Augen doch schon Mobbing. Auch wenn Lou sich zur Wehr setzen kann. Auch hier beschreibt Reichardt sehr gut den ziemlich heftigen Umgangston, den Schüler leider sehr oft haben. Die dritte Sache, die Lou mitbekommt ist die Wilderei, in diesem Fall die von Wölfen. Diese basiert vor allem auf der Furcht der Menschen vor den Tieren, die nebenbei gesagt extrem scheu sind und sich Menschen im Normalfall nur nähern, wenn sie krank sind. Dass Wölfe Nutztiere wie Schafe reißen ist allerdings nichts ungewöhnliches, sofern die Tiere nicht ausreichend geschützt sind. Aber anscheinend wissen sich manche nur durch die illegale Tötung von Wölfen zu helfen. Auch dies wird im Buch angesprochen und kritisiert. Davon war ich wirklich begeistert!
Neben der aufbrausenden Protagonistin Lou gibt es auch noch Lupo, den Wolfsjungen, den sie bei ihrer Flucht in den Wald trifft. Dieser sieht aus und riecht wie Monate lang ungewaschen und trägt ein Wolfsfell. Ihm gegenüber ist Lous zuerst misstrauisch, fasst aber schließlich Vertrauen zu ihm. Zu seinem Charakter fand ich leider keinen richtigen Zugang. Er ist verschlossen gegenüber anderen Menschen und irgendwie… brummig. Kann ich in seiner Situation auch nachvollziehen, aber ich bin aus ihm einfach nicht schlau geworden.
Der Antagonist, Kosvic, dagegen ist eine üble Person wie aus einem Alptraum: Schmierig, arrogant, gewaltbereit. Schon vom ersten Augenblick an ist er Lou nicht geheuer und das zu Recht. Doch auch Kosvic hat es schon von der ersten Begegnung an auf sie abgesehen, vielleicht weil er realisiert hat, dass sie ihm gefährlich werden könnte- und auch wird.

Alles in allem war ich begeistert von Im Wolfsland. Uta Reichardts Schreibstil passt sprachlich ausgezeichnet zum Alter der Protagonisten und an das der Leser. Das Buch hält schon vom ersten Kapitel an die Spannung und bis zur letzten Seite gibt es keine ruhige Minute, was das Lesen unglaublich aufregend macht.

Rating:

★★★★/5

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Anmerkung: Ihr lebt in einer Wolfsgegend (z.B. Lausitz) und habt Tiere, die ein Wolf potentiell als Beute ansehen könnte? Schützt eure Tiere! Mit Zäunen und Herdenschutzhunden. Aber NICHT, indem ihr Wölfe tötet. Es gibt viel bessere Möglichkeiten.

NABU-Artikel zum Thema

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