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Liebes jüngeres Ich [Bodypositivity statt Bodyshaming]

28/03/2018

Hallöchen ihr Lieben,

vielleicht habt ihr schon von Veras Aktion „Bodypositivity statt Bodyshaming“ gehört. Ich finde diese Aktion wunderbar und möchte natürlich meinen Beitrag dazu machen…Ich erinnere mich nur allzugut an mein 14jähriges Ich, das wegen völlig fertig war. Nur wegen dem Körper, in den es hineingeboren wurde. Nein, ich bin auch jetzt nicht hundertprozentig zufrieden mit meinem Körper, aber seit ich 14 war, habe ich einiges dazu gelernt, auch, meinen Körper so zu akzeptieren wie er ist und ihn lieben zu lernen.

Wenn ich jetzt zurückdenke oder alte Fotos anschaue, denke ich selbst „Wie sahst du eigentlich aus? Und so bist du auf die Straße gegangen?“. Aber damals war das einfach… normal und ich fand mich cool? Meine Freunde fanden mich auch okay. Aber trotzdem musste ich mir die ein oder anderen Kommentare anhören. Vor allem von älteren Schülern, die sich nicht nur über mich, sondern auch über meine Freunde lustig gemacht haben. Und obwohl ich damals so getan habe, als wäre mir das völlig egal, war es das nicht. So sehr ich versucht habe, nichts an mich ranzulassen, abends im Bett kamen dann trotzdem die Tränen. Ich habe mich immer unwohler in meinem Körper gefühlt, der sich immer mehr wie ein Gefängnis angefühlt hat. Ich war weder besonders dick noch besonders dünn, aber trotzdem wollte ich etwas anderes. Kann man mir das verübeln?
Das war die Zeit, in der ich mich jeden Donnerstag mit meiner besten Freundin vor den Fernseher gesetzt habe und Germany’s Next Topmodel geschaut habe. Dass ich niemals so aussehen würde wie die Mädels dort, war mir klar, aber trotzdem wünschte ich es mir so sehr. Ich kaufte neue Klamotten, fing an Make-up zu benutzen. Wohl fühlte ich mich trotzdem nicht wirklich. An mir schien immer irgendwas anders zu sein, als an allen anderen. Entweder waren es meine bunt gefärbten Haare. Oder was anderes. Ich weiß es nicht.

Mittlerweile ist mir aber einiges klar geworden. So werde ich niemals genauso aussehen können, wie jemand anders. Aber ich will das auch gar nicht. Ich will so sein und so aussehen, wie ich bin. Meinen Körper kann ich nicht ändern. Mit den breiten Hüften kommen eben auch breite Oberschenkel, mit einem breiten Kreuz die breiten Schultern. Ich habe lange gebraucht, um mich mit meinem Körper anzufreunden und auch jetzt rege ich mich ab und zu mal auf, wenn ich in ein Kleid nicht reinpasse, weil meine Schultern verdammt nochmal zu breit sind. Muss ich eben ein anderes Kleid anziehen. Ich habe gelernt damit umzugehen und Zeit darauf verwendet, meinen Körper und seine Bedürfnisse besser kennenzulernen. Ich versuche nicht mehr zu sein, wie alle anderen. Ich bin ich und ich bin zufrieden mit mir. Mein Körper hat die ein oder andere Schwachstelle, aber die kann ich akzeptieren. Ist halt so.

Um ehrlich zu sein, das Aussehen, das meine Gene mir gegeben haben zu akzeptieren war kein langer Prozess. Vielmehr war es der Moment, in dem ich mir zum ersten Mal gedacht habe „Du bist schön.“ Und dann war es so. Ich bin schön, so wie ich bin, mit allen Ecken und Kanten, mit allen Rundungen. Und ich wünschte, mein jüngeres Ich hätte auch so gedacht. Ich wünschte, mein jüngeres Ich hätte sich nicht so viele Gedanken um die Meinung anderer Leute gemacht. Denn letztendlich ist das einzige was zählt, wie man sich selbst findet. Und ich finde meinen Körper toll. Und diese Einsicht hat mich insgesamt zu einem positiveren, glücklicheren Menschen gemacht.

Das Ganze war jetzt vielleicht irgendwie wirr, aber ich kann meine Gedanken bei dem Thema irgendwie nicht richtig ordnen. Da sind einfach so viele. Und es gibt so viel, was ich zu dem Thema zu sagen habe, aber ich finde nie die richtigen Worte.

Und du, liebe*r Leser*in, du. Du bist schön.


Anmerkung: Das war nur bei mir so. Für jeden ist das anders. Es ist nicht leicht, seinen Körper zu akzeptieren und zu lieben. Aber ich bin mir sicher, der Punkt kommt irgendwann. Jeder Körper ist aus seine eigene Art und Weise wunderbar.
  1. Schöner & wichtiger Beitrag!

    Ich bin da immer ganz wechsellaunig. An einem Tag stört mich mein Aussehen und macht mich auch wütend, weil ich weiß, dass meine Krankheit da ihre Finger mit im Spiel hat. Aber am nächsten Tag, schaue ich dann in den Spiegel und bin wieder zufrieden mit mir. In den letzten zwei Jahren hat sich das deutlich gebessert und ich habe auch damit aufgehört, mich mit anderen zu vergleichen.

    Liebe Grüße,
    Pia

    1. Dankeschön ♥
      Das freut mich zu hören. So ein auf und ab scheint normal zu sein und das ist auch völlig okay. Und man lernt ja auch ständig dazu :)♥

      Viele liebe Grüße,
      Katja

  2. Danke für den tollen & ehrlichen Beitrag.
    Ich bin mittlerweile im Reinen mit mir, die Pubertät macht einem echt einen Strich durch die Rechnung, und das immer wieder aufs Neue.
    Mittlerweile habe ich kapiert, dass man keine hohen Schuhe tragen muss, nur weil man eine Frau ist. Dass Muster nicht immer zusammen passen müssen. Und wer sagt überhaupt, was zusammen passt und was nicht.
    Ich fühle mich super wohl. So, wie ich eben bin.

    Liebe Grüße,
    Nicci <3

    1. Ganz ehrlich? Die Pubertät war scheiße! Ich bin so froh, da endlich raus zu sein…
      Deine EInstellung ist klasse. Stimme ich voll zu & kann ich unterstützen.

      Viele liebe Grüße ♥
      Katja

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