book review

Das Mädchen und der Winterkönig | Katherine Arden | Rezension

03/04/2021

Werbung | Ich habe das Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Das hat keine Auswirkungen auf meine ehrliche Meinung.

Das Mädchen und der Winterkönig ist der zweite Teil der Winternacht Trilogie von Katherine Arden. Es spielt in Rus, und dieses Mal geht die Reise nach Moskau. Dort trifft Wasja auf alte Bekannte und neue Freunde und Feinde. Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Rezension zu Teil 1: Der Bär und die Nachtigall

Um was geht’s?

Wasja hat es geschafft: Sie hat ihr Zuhause vor dem Untergang bewahrt, indem sie einen Pakt mit Väterchen Frost einging. Doch jeder Pakt hat seinen Preis, und nun muss Wasja bitter für die Hilfe des Winterdämons bezahlen. Als Hexe verschrien, wird sie aus dem Dorf gejagt und durchstreift fortan in Männerkleidung das riesige Zarenreich. Immer an ihrer Seite ist ihr geliebter Hengst Solowej, der schneller ist als der Wind. Als Wasja eines Tages eine berühmt-berüchtigte Räuberbande in die Flucht schlägt, ruft sie der Prinz an den Hof nach Moskau, wo sie als Held gefeiert wird. Schnell wird Wasja – dank der Ratschläge des Winterdämons – zur engsten Vertrauten des Prinzen. Doch niemand am Hof darf je erfahren, dass der tapfere Kämpfer aus dem klirrend kalten Norden eigentlich eine junge Frau ist … (goodreads)

Buch: Das Mädchen und der Winterkönig | Reihe: Winternacht #2 | Autorin: Katherine Arden | Übersetzer: Michael Pfingstl | Verlag: Heyne | Veröffentlicht: 09.11.2020 | Seiten: 480 | Genre: historische Fantasy | TW: Blut, Tod, Vergewaltigung (erwähnt), sexuelle Übergriffe

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich sagen, dass ich vom ersten Band nicht mehr sooo viel wusste. Aber ich konnte mich noch erinnern, dass er vor allem am Anfang ein ziemlich langsames Tempo hatte. Das ist in Das Mädchen und der Winterkönig anders. Ganz anders. Da geht es von Anfang an zur Sache.

Obwohl ich, wie gesagt, nicht mehr so viel vom ersten Band in Erinnerung hatte, kam ich sehr schnell und leicht wieder in die Geschichte hinein. Das Buch ist vor allem aus Wasjas Sicht und der ihres Bruders Sascha erzählt. Ich mochte beide Sichtweisen sehr gerne und finde, dass sie sich wunderbar ergänzt haben. Auch beide Charaktere an sich mochte ich sehr, nicht nur ihre Persönlichkeiten, sondern auch, wie sie geschrieben waren.

Wasja ist einerseits erwachsener als in Der Bär und die Nachtigall, andererseits handelt und denkt sie oft noch sehr kindlich, was mir ihr junges Alter noch mehr bewusst gemacht hat. Sie versucht sich in den ihr gänzlich neuen, unbekannten Situationen zu behaupten, was ihr mal mehr, mal weniger gut gelingt. Aber sie ist schlau und stur und vertraut in sich selbst, auch wenn sie dabei ab und zu bestärkt werden muss. Aber sie gibt nicht auf und hat das Herz am rechten Fleck.
Sascha hingegen ist deutlich älter und hat viel mehr erlebt und Erfahrung gesammelt. Er beschützt seine Schwester so gut er kann mit sämtlichen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Seine Kapitel geben dem ganzen Buch einen erwachseneren Charakter. Er handelt nicht unbedingt immer mit Bedacht oder wie man es von einem Mönch erwarten würde, aber stets nach bestem Wissen und Gewissen. Ich mochte die Beziehung der beiden sehr.

Wie im ersten Teil auch, gefiel mir die Atmosphäre des Buches sehr gut. Ist der erste Teil noch eher dunkel und kalt mit einer etwas einsamen Atmosphäre, so ist hier der Kontrast zwischen Natur und Stadt, Hochadel und Landadel, Freiheit und Gefangenschaft sehr deutlich und eindrücklich dargestellt. Ich konnte mir Moskau und seine Umgebung sehr gut vorstellen, konnte in meinem Inneren Auge die stickigen, stinkigen Räume des Palastes sehen, den frischen Winterwald riechen, den kalten Wind spüren. Moskau als Setting hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen fand ich ich super, ebenso wie die Rollen, in die die Charaktere schlüpfen müssen, je nachdem mit wem sie interagieren. So war der von Anfang an schwelende Konflikt immer präsent und wurde auf eine logische, realistische Art aufgebaut.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, die Charaktere haben sich wunderbar weiterentwickelt und ich bin sehr, sehr gespannt, wie es im dritten Band weitergeht.

Rating:

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