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Das Meer der Legenden: Nixenwunsch von Babsi Schwarz | Die Musik der Orte

02/09/2021

Huhu, ihr Lieben!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich höre super gerne Musik beim Lesen. Und wenn es um mich herum still ist, stelle ich mir oft vor, welche Musik im Buch gerade spielen könnte. Welche Lieder beschreiben die Charaktere und ihre Gefühle? Welche die Orte?
Auch bei Meer der Legenden von Babsi Schwarz ging es mir da nicht anders. Es geht um Piraten, Nixen und Schätze, Liebe und Gerechtigkeit, ums Überleben, aber auch ums Leben. In meinem Kopf waren fröhliche Flötenklänge und Trommeln, leise Streicher, die manchmal schaurige, manchmal traurige Klänge von sich gaben, gelegentlich ein Piano.
Ich sage manchmal, dass Musik für mich nicht so wichtig ist, aber das ist wirklich Blödsinn. Ich liebe Musik, verbinde unglaublich viel damit. Und ich liebe es, Playlists für verschiedene Gegebenheiten zu erstellen. Da lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, für einige wichtige Orte im Meer der Legenden Playlists zu erstellen.

In Kooperation mit Babsi (vielen Dank dafür!) möchte ich euch heute die Orte, bei deren Entstehung Babsi sich auch ein bisschen an Feng Shui orientiert hat, ein wenig näher bringen: mit Hintergründen und Erklärungen und vor allem: mit Musik.

Aber bevor wir zur Musik kommen… um was geht es in Das Meer der Legenden eigentlich?

© Nadine Wahl

Unbekannte Gewässer, ein Schiff voller Piraten und ein großes Geheimnis.

Schmuckmacherin Mavi ist eine Halbnixe und damit eine kostbare Seltenheit.
Auf ihrer Flucht vor einem skrupellosen Marinearzt schleicht sie sich als blinde Passagierin ausgerechnet auf ein Piratenschiff. Das gehört niemand Geringerem als dem berüchtigten Kapitän Tayon. Er gibt Mavi eine Chance sich zu beweisen und sie merkt bald, dass hinter der Fassade des ruchlosen Piraten etwas schlummert, das sie in seinen Bann zieht. Doch die Marine ist ihnen dicht auf den Fersen und der Wind treibt sie in Richtung Abenteuer…

Nur wenn Mavi lernt, zu vertrauen und ihre Ängste zu besiegen, kann sie ihr wichtigstes Gut schützen – ihre Freiheit.

Quelle: Gedankenreich Verlag



Im Laufe der Geschichte treffen wir auf die unterschiedlichsten Charaktere und mit ihnen auch einige Orte, von denen ich fünf wichtige gerne etwas näher betrachten möchte. Babsi liefert zu jedem Ort etwas zum Entstehungsprozess und ihren Inspirationen. Eine gesamte Playlist für das Buch werde ich dann unten verlinken, dann könnt ihr sie anhören. Und nun, ab zu unserem ersten Ort, von dem aus unsere Reise startet:

PORT BRAVIDOR

Was Babsi sagt:

Port Bravidor ist eine große Hafenstadt an der nordwestlichen Küste von Sonnenfels. Sonnenfels ist der größte Kontinent in der Welt von „Das Meer der Legenden“ und besteht genau genommen aus zwei Teilen, weil ein breiter Fluss das Land teilt. Sonnenfels vor allem inspiriert durch Brasilien, Paraguay – aber auch durch afrikanische Länder wie Mosambik oder Nigeria (vor allem geographisch).

Es ist sehr warm dort und gibt viele bunte Wälder mit einer Vielfalt an Farben und Tieren. Außerdem ist dieser Kontinent sehr dicht besiedelt, weil es sich dort sehr gut leben lässt und auch das Klima angenehm ist und Überflutungen kein so großes Problem sind.

Tayon, Sumiré und Skip stammen aus einem kleinen Ort, der direkt am großen Fluss liegt, der das Land teilt.

Port Bravidor stelle ich mir sehr ordentlich und prestigeträchtig vor, da es der größte Hafen an der Westküste ist. Es ist die Stadt, die von den umliegenden Kontinenten gut zu erreichen ist. Vermutlich richtet man sich dort auch nach den Trends aus dem Kaiserreich. Eigentlich haben sie „nur“ eine Hafenwache, die vor allem ausrückt, um Schiffbrüchige aus den nahegelegenen Krallenriffs zu fischen, aber auch mit Piraten hat man Erfahrung. Allerdings wäre es eine Sysiphos Arbeit jedes Piratenschiff hops zu nehmen, weswegen man in Port Bravidor oft ein Auge zudrückt, wenn die Crews keinen Ärger machen und sich bedeckt halten.

Der Kaiser von Tigerfell (dem östlichen Kontinent) will seinen Einfluss aber ausbauen und hat sich dafür auch das strategisch gut gelegene Port Bravidor angeschaut. Vielleicht wird es in den nächsten Jahren fortifiziert und mit stärkeren Geschützen ausgerüstet, sodass Tayon und seine Leute besser einen großen Bogen darum machen.


Port Bravidor habe ich mir irgendwie majestätisch und groß vorgestellt. Im Hafen liegen verschiedene Boote und Schiffe und es herrscht geschäftiges Treiben. Es wird gehandelt und gefeilscht, Ware verladen und obwohl irgendwie Chaos herrscht, gibt es doch eine gewisse Ordnung in allem. In meinem Kopf war Port Bravidor immer ziemlich fortschrittlich.
Meine Liedauswahl:

  • Dynamedion – Rumors from the City
  • Sunny Neji – Oruka
  • Dynamedion – When Cultures Meet
  • Paula Cavalciuk – Pará
  • Sean Schafianski – Cosmo Canyon


Nach einem kurzen Aufenthalt in der Stadt, um Geschäfte zu erledigen, ist es Zeit wieder abzulegen, also ab auf’s Schiff…

OMINIRA

Was Babsi sagt:

“Ominira” ist yorubaisch und bedeutet Freiheit. Yorubaisch spricht man vor allem in Nigeria, das mit als Vorbild für Tayons Heimatland diente. Genau genommen gibt es in „Das Meer der Legenden“ keine Länder wie wir sie kennen und alles ist erfunden, vieles vermischt und verschwommen.

Das Schiff stelle ich mir sehr prachtvoll, groß und heimisch vor. Und so fühlt es sich auch für die Leute an, die dort leben und zu Gast sind (auch, wenn Schiffe in der Realität oftmals sehr beengt sind). Es gibt ein Gewächshaus am Mast, was dem Einfluss von One Piece zu verdanken ist und mithilfe von Magie ermöglicht, ein wenig frisches Obst und Gemüse anzubauen.

Es besteht vor allem aus Holz und wurde schon an vielen Stellen geflickt und neu zusammengezimmert, denn die Piraten kommen durchaus in das ein oder andere Gefecht oder Stürme. Die bunten Segel und natürlich die blutrote Piratenflagge sind sehr auffällig. Tayon hat sich in der Gestaltung des Schiffes sehr ausgetobt und es trägt definitiv seine Note. Also sehr warm, hell und freundlich. Ich (und all die Figuren auf dem Schiff) sehen es vermutlich auch ein bisschen durch eine rosarote Brille, haha.


Nicht nur Babsi und die Figuren sehen das Schiff durch die rosarote Brille. Für mich ist es ein Ort, an dem man sich schnell Zuhause fühlt, wo einfach jede:r willkommen ist. Es beherbergt quasi eine große Familie. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass es immer noch ein Piratenschiff ist und man die Crew lieber nicht verärgern sollte.
Meine Liedauswahl:

  • Passenger – Anywhere
  • Mike Oldfield – Blue Peter
  • Manfred Mann’s Earth Band – Shelter from the Storm
  • Salt Sea Pirates – Charlie Mops
  • Brave the Sea – Siren’s Song
  • Vance Joy – Riptide
  • Two Steps from Hell – Molto Piratissimo
  • Epic Score – Unfurled Sails


Wir erreichen unseren nächsten Stop…

DIE LAUNISCHE INSEL

Was Babsi sagt:

Lustigerweise war “launische Insel” zuerst mehr als Platzhalter gedacht, aber irgendwann habe ich mich mit der Idee angefreundet, dass diese Insel keinen ordentlichen Namen hat. Weil sie eben mal hier, mal dort auftaucht und im Nebel verborgen liegt, sodass man sie nicht ganz zuordnen kann.

Die Launische Insel ist auch genau das – launisch, chaotisch, unübersichtlich. Einzig das große Kolosseum thront über allem. Die restliche Besiedelung erfolgte schrittweise, weshalb die Straßen und Häuser sehr unterschiedlich und verworren sind. Das Kolosseum deutet natürlich auf griechisch anmutende Strukturen hin. Aber ich glaube, dass sich hier aus allen Ländern meiner Welt verschiedene Einflüsse finden lassen.

Die Insel ist abgelegen, aber bietet auch Schutz vor der Verfolgung durch die Marine und vor dem Einfluss des Kaisers und den verschiedenen Regierungen. Deshalb finden sich hier viele Gesetzlose und Streunende aus aller Welt. Die Kriminalitätsrate ist etwas erhöht, einfach weil hier viele Leute aufschlagen, die nichts mehr zu verlieren haben oder hoffen, hier das große Geld machen zu können. Ich stelle es mir mitunter sehr laut und sehr dreckig vor, aber mit schönen Flecken und Ecken. Das Erkunden lohnt sich auf jeden Fall, aber man sollte seinen Geldbeutel gut im Auge behalten.


Ja, ja, die launische Insel. Hier habe ich mir eine Stadt vorgestellt, mit vielen Mauern von Gestein in allen möglichen Farben mit bunten Dächern, gepflasterten Gassen, überall Läden und Stände. Es riecht nach Essen und dem Ozean, nach Fisch und Müll. Manchmal liegt der Duft von Kaffee in der Luft, in einer anderen Gegend vielleicht doch eher der von Urin. Es herrscht immer buntes Treiben und Gedränge durch die vielen Besucher aus allen Ländern, die sich in unterschiedlichen  Sprachen unterhalten.
Meine Liedauswahl:

  • Hans Zimmer – Two Hornpipes
  • Pierce Campbell – Haul Away Joe
  • Phillip Ayling – The Cuckoo Comes out of the Amery
  • Mike Oldfield – Portsmouth
  • Carl Philipp Emmanuel Bach – Cello Concerto No. 3 in A Major
  • Lord Huron – Until the Night Turns
  • Two Steps from Hell – Freedom Fighters


Und weiter geht die Reise und dieses Mal ist das Ziel

KÚ in NEBELWALDEN

Was Babsi sagt:

Nebelwalden ist der größte Kontinent im Westen meiner Welt und entzieht sich bisher recht erfolgreich den Fingern des Kaiserreichs. Auch, weil es durch seine vielen Flussläufe, Sümpfe und dichte Dschungelabschnitte nicht gut erschlossen ist (außer von Einheimischen). Die Orte an der Ostküste, an denen auch die Hauptstadt liegt, sind jedoch offener und zugänglicher.

Ich mag, dass es Mystisches und Modernes vereint, denn in der Hauptstadt Wù werden die besten Ärzt*innen der Welt ausgebildet. Im Inland hingegen sind viele Stämme und Orte vollkommen zurückgezogen und sehr misstrauisch. Jedoch gibt es viel Wissen über Heilpflanzen und körperliche sowie seelische Leiden.

Ich habe für dies geographischen Beschaffenheit des Landes Vietnam und Malaysia als Vorbilder genommen. Ich sehe wunderschöne Buchten und Wasserläufe, aber auch Berge und Klippen vor meinem inneren Auge. Aber auch Reisfelder und grüne Wiesen.

Der Nebel hingegen ist mehr ein Storyelement – ich weiß gar nicht, ob es dort wirklich so neblig ist haha.

Kú ist ein sicherer Ort für die Piraten. Eigentlich ist es ein wirklich kleines Fischerdorf in einer schönen Bucht, das nicht groß Handel über Wasser betreibt, sondern eher selbstversorgend ist. Es hat nur Stege aus Holz, weswegen dort maximal ein größeres Schiff anlegen kann. Piraten verirren sich nur selten dorthin, weshalb es das perfekte Zwischenversteck für Tayon und seine Leute ist.

Die Leute dort kennen die Piraten auch und sind ihnen gegenüber auch freundlich gesinnt, weil sie meistens ausländische Güter und nützliche Dinge als Geschenke mitbringen.


Nebelwalden war für mich der Inbegriff von „Dschungel“. Sumpf, Insekten, viel Wasser, hohe Bäume, dichte Pflanzen, gefährliche Tiere. Es sind überall Geräusche, Geraschel und der Wind in den Bäumen, im nächsten Tümpel ein Platschen. Ehrlich gesagt habe ich mir hier nicht viel Musik an sich vorgestellt, sondern viel mehr die Geräusche der Natur. Und Kú als mehr oder weniger unscheinbares Fischerdorf, wo man aber in Sicherheit vor der kaiserlichen Marine ist.
Meine Liedauswahl:

  • African Drums – Jungle Rhythm
  • John Ocean – Nature
  • Epic Score – This is Our Land
  • Johnny Flynn & Laura Marling – The Water
  • Pham duc Thanh – Falling Rain


Leider ist eine Reise nicht immer ungefährlich, vor allem nicht als Halbnixe. Da kann einen das Pech schon einmal zu… nicht ganz so angenehmen Plätzen führen, wie zum Beispiel

WAYLANDS LABOR

Was Babsi sagt:

Wayland und seine Labore. Er ist ein sehr geschätzter Marineforscher und Arzt und hat auch familiär keine Geldsorgen, weshalb er auf den Schiffen viel Platz für sich und seine Apparaturen beansprucht. Meistens mit Wänden aus Metall, kalt, grau und sehr sauber und akribisch sortiert – also das genaue Gegenteil zur Welt draußen oder zu Tayons Quartier.

Das spiegelt auch Waylands Charakter wieder. Er braucht Kontrolle und will alles ganz genau wissen. Klappt das nicht, wird er aggressiv und eiskalt. Er hat meist einen Wassertank mit Schleuse, um die Meerwesen zu beobachten, die er einfängt, dressiert und erforscht. Ich stelle mir vor, dass sein ganzes Zimmer in seinem Haus voll mit ausgestopfen Tieren, Zeichnungen von Sezierungen und toten Insekten ist. Brrr. Er hat viel Faszination vor dem Leben, aber keinen Respekt.

Das Labor enthält deswegen auch eher wenig Verbandsmaterial und Medizin und vor allem moderne Forschungsapparate und Sachen, um Leute auseinanderzunehmen. Brrrr.


Egal wie warm die Weltgegend ist, in der Wayland unterwegs ist, sein Labor und auch in seiner Gegenwart zu sein stelle ich mir irgendwie kühl vor. Und vor allem unheimlich. Der Gedanke daran jagt mir einen Schauer über den Rücken… ew…
Meine Liedauswahl:

  • Michael Andrews – The Artifact and the Living
  • Two Steps from Hell – She Rises
  • Two Steps from Hell – Dark Harbor
  • Liza Anne – Control
  • Ruelle – Game of Survival


Die Autorin

Autorin Babsi Schwarz auf einer Wiese. Sie trägt ein dunkles Shirt und eine Kette, ihre braunen Haare sind offen und sie lacht. Im Hintergrund sitzen einige Leute auf einer Wiese
© Goldmarie Fotografie

Ich bin Babsi, geboren 1994 im schönen Allgäu und liebe Geschichten in jeglicher Form schon mein ganzes Leben lang. Bücher, Serien, Videospiele – mich begeistern die verschiedenen Medien und ihre ganz besonderen Möglichkeiten eine Geschichte zu erzählen.

Meine Leidenschaft fürs Schreiben und für Bücher teile ich bereits seit einigen Jahren auf meinem Blog bluesiren.de. Ich studiere Psychologie im Master und lebe und arbeite aktuell in Leipzig.

Mein Debütroman „Das Meer der Legenden: Nixenwunsch“ erscheint 2021 beim Gedankenreich Verlag.

Quelle: Babsi Schwarz



Und das war’s! Ich hoffe, euch hat dieser kleine Vorgeschmack zu „Das Meer der Legenden“ gefallen. Die Playlist könnt ihr hier anhören 🙂

Wie ist das denn bei euch? Macht ihr auch gerne Playlists für Bücher? Oder generell Playlists? Hört ihr Musik beim Lesen?



Bis zum nächsten Mal,

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