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Die Sache mit der Periode (und Buchvorstellung)

28/06/2019

*Dieser Beitrag enthält Werbung, da ich das Buch „Rot ist doch schön“ als kostenfreies Rezensionsexemplar erhalten habe.*

Hallöchen, ihr Lieben.

Kommen wir mal zu einem Thema, das mich jetzt schon eine ganze Weile beschäftigt, um genau zu sein 11 Jahre. Wir ihr vielleicht am Titel gesehen habt, geht es um die Periode. Menstruation, Tage, Erdbeerwoche,… wie auch immer ihr sie am liebsten nennen wollt. Es gibt so viel, über das ich dabei reden möchte, Erfahrungen, die ich gemacht habe. Ich finde nämlich, dass man mehr darüber reden sollte. Nicht nur hinter vorgehaltener Hand mit der besten Freundin, sondern auch in der Öffentlichkeit. Für viele Menschen ist es nämlich ein Tabuthema, dabei ist die Menstruation etwas vollkommen Natürliches und etwas, das die Hälfte aller Menschen betrifft. Und ganz ehrlich? Wurden wir jemals richtig darüber aufgeklärt?
Nein. Ich zumindest nicht. Klar, meine Mutter hat mir da einiges erklärt, aber größtenteils habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht und daraus gelernt. Oder ich habe Google angeschmissen und so meine Fragen beantwortet. Viele Dinge habe ich erst erfahren, als ich älter wurde und begonnen habe mit meinen Kusinen und Freundinnen über die Periode zu sprechen.

Irgendwie ist es für mich mittlerweile relativ normal und alltäglich darüber zu sprechen. Ich rede einfach drauf los. Und oft geht mein Gegenüber darauf ein. Positiv sogar. In diesen Gesprächen lerne ich am meisten, erfahre, wie die Menstruation bei anderen abläuft. Und merke immer wieder, wie vergleichsweise glimpflich ich davon komme. Allerdings ist das jetzt und ich nicht damals, als ich solche Gespräche viel dringender gebraucht hätte.

Und weil ich finde, dass über die Periode gesprochen werden sollte, möchte ich einige Erfahrungen mit euch teilen.
Bekommen habe ich meine Tage das erste Mal mit 11 oder 12, ehrlich gesagt bin ich mir nicht mehr komplett sicher. Ich war kurz davor zum Schulbus zu laufen. Als da plötlich rot war, war ich erst einmal geschockt. Aber meine Mutter hat mir gleich erklärt, wie man Binden benutzt. Den Tag über durfte ich Zuhause bleiben. Und danach ging es ganz normal in die Schule.
Ich hatte meine Periode immer ziemlich stark, aber fast ohne Schmerzen. Dass es Krämpfe überhaupt gab, wusste ich nicht. Vor Tampons hatte ich erst einmal Respekt und habe jahrelang Binden benutzt. Die hatten natürlich auch ihre Nachteile. Auslaufen beispielsweise. Das war besonders unangenehm, wenn ich unterwegs war und keine Wechselklamotten dabei hatte. Dadurch bin ich zur Meisterin des Jacke umwickelns geworden. Hauptsache niemand sah den Blutfleck, weil dann wüssten ja alle, dass ich meine Tage habe. Die Sache ist die: vermutlich hatten die meisten in meinem Umfeld ihre Tage, aber ganz ehrlich? Das war mir nicht wirklich bewusst. Ich habe nicht daran gedacht und wir haben nicht darüber gesprochen.

Irgendwann bin ich auf Tampons umgestiegen. Schnell war klar, dass ich ziemlich große brauchte. Aber zusätzlich zum starken Blutfluss entwickelte mein Körper die unangenehmeren Seiten der Periode: Krämpfe, flauer Magen, Pickel, Kopfschmerzen, depressive Tage. Ich habe es so hingenommen. Ob es anderen auch so ging? Keine Ahnung, wir haben ja nie darüber gesprochen.

Und dann kam mein Abijahr. Ich weiß nicht, was sich da konkret geändert hat, aber seitdem rede ich mit allen möglichen Leuten über „Tabuthemen“, sei das nun die Periode oder Sex oder ähnliches. Ich bin von Zuhause ausgezogen und plötzlich ist eben auch nicht mehr Mama da, die man mal eben fragen kann, wenn irgendwas ist. Ich habe mir sonst keine großen Gedanken mehr gemacht, es hat sich menstruationstechnisch nicht mehr viel verändert. Die Krämpfe sind schlimmer geworden, aber das war’s dann auch.

Viele Freundinnen haben mir erzählt, dass sie die Pille genommen haben, um Blutungen oder Pickelbildung während der Periode zu verringern. Das kam für mich nie in Frage, aber ich habe schließlich eine Spirale bekommen. Die Krämpfe waren anfangs stärker, teilweise beinahe unerträglich. Aber das Blut ging zurück, wurde jeden Monat weniger. Das war für mich wunderbar, ich brauche nicht mal mehr an stärkeren Tagen unbedingt ein Tampon. Und die Krämpfe habe ich nun nicht mehr während der Tage, sondern davor. Ein Frühwarnsystem. Ich muss sagen, dass ich mit der Spirale sehr zufrieden bin und viele, mit denen ich gesprochen habe ebenfalls.

Aber viele Dinge weiß ich eben erst, seitdem ich mich aktiv mit dem Thema Menstruation beschäftige und vor allem seitdem ich mit anderen darüber spreche und mich austausche. Welche Dinge helfen wann? Muss ich irgendetwas beachten? Ist es normal, Krämpfe zu haben? Der Austausch hat mir gut getan und tut es immer noch.


WERBUNG

Genau mit diesem Thema beschäftigt sich auch „Rot ist doch schön“ von Lucia Zamolo, erschienen beim Bohem Verlag. In comicartigem Stil mit interessanten und witzigen Anekdoten spricht die Autorin über die Periode. Vor allem für Menschen, die kurz vor der Periode stehen oder sie gerade zum ersten Mal gehabt haben, ist das Buch super geeignet. Es enthält Tipps und Tricks, die die Menstruation erleichtern, wie zum Beispiel Übungen. Außerdem gibt es Fakten rund um Geschichte und Philosophie, Medizin und Kultur, immer mit süßen Bildern unterlegt. Und vor allem vermittelt das Buch eine wichtige Botschaft: Redet über die Menstruation! Enttabuisiert sie! Die Periode ist etwas Natürliches und überhaupt nicht eklig und sie ist wichtig, also sprecht darüber!

zum Buch


Wie seht ihr das? Sollte man über die Periode sprechen? Tut ihr das? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?


Bis zum nächsten Mal,

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